Nach Neustrelitz braucht der Bus zum Auswärtsspiel am längsten. Fast den halben Tag sitzen unsere Kicker mit dem Trainerteam dann im Bus und vertreiben sich die Zeit mit allerlei Dingen, je nach Gusto. Es geht nach Neustrelitz, nach Meck-Pomm, laut Google sind das 340 Kilometer, die zu bewältigen sind.
Nun ja, wir wollen nicht jammern, bringt ja eh nichts. Konzentrieren wir uns da lieber auf das Spiel gegen die TSG Neustrelitz. Ständig abgesagt wegen unbespielbarer Plätze, findet das Spiel nun endlich statt. Zum einen war der Rasenplatz unbespielbar, dann war der Kunstrasenplatz wegen eines Risses im Belag nicht nutzbar. Nun scheint zumindest der Kunstrasenplatz bespielbar zu sein, auf dem soll nämlich gespielt werden. Ein kleiner und enger Platz mit einem Belag, der schon deutlich bessere Zeiten gesehen hat.
In Neustrelitz konnte Budissa noch nie gewinnen. Zwei Niederlagen und ein unentschieden stehen da zu Buche. Unsere Gastgeber stehen momentan mit 17 Punkten neun Zähler hinter uns. Es trennen uns fünf Plätze in der Tabelle, Neustrelitz steht auf einem der beiden Abstiegsplätze. Unser Gegner braucht also jeden Punkt um die Klasse halten zu können, wie wir auch, denn auch für uns ist noch lange nicht alles in trockenen Tüchern. Um das schier Unmögliche doch noch möglich zu machen, hat Neustrelitz in der Winterpause personell nachgelegt. Vier Neuzugänge sind zu verzeichnen. Einen Stürmer hat man aus Zwickau geholt, ein Mittelfeldspieler aus Auerbach und zwei Verteidiger kamen aus der Vereinslosigkeit. Allesamt Recken mit über 1,83 m, der Älteste hat 26 Jahre auf dem Buckel, der Jüngste kommt aus Zwickau und ist gerade 18 Jahre alt. Da hat der Trainer noch einmal einkaufen dürfen, dessen Vertrag nach Saisonende offenbar nicht verlängert wird.
Budissa wird sich auf ein hartes und körperbetontes Spiel einstellen müssen, was auf diesem Kunstrasen umso härter ausfällt. Aus Neustrelitz kennen wir das. Im letzten Spiel vor Ort versuchte man es mit allen Mitteln, bekam dafür sogar die glatte rote Karte für ein mehr als unfaires Spiel.
Das ist aber Vergangenheit und zählt heute nichts mehr. Budissa muss an die ersten 15 Minuten aus dem Spiel gegen Meuselwitz anknüpfen und an die letzte halbe Stunde des gleichen Spieles. Da war großer Kampf, da war maximaler Einsatz, da war enormer Wille und feuriges Engagement zu spüren und zu sehen. Wenn diese Attribute mit nach Neustrelitz auf den Platz genommen werden können, dann sollte auch etwas Zählbares nach dem Abpfiff mitgenommen werden können.
Unser Coach Torsten Gütschow hat erst gestern seinen Vertrag um eine weitere Saison in Bautzen verlängert, was auch als Zeichen der Kontinuität gesehen werden kann. Und auch wenn die Planungen für die neue Saison bereits laufen, so steht doch jetzt das Spiel am Sonntag in Neustrelitz absolut im Fokus. Im Hinspiel siegten wir 1:0 nach einem Kopfballtor von Jonas Krautschick, und warum sollte dieses Ergebnis nicht auch am Sonntag möglich sein?
Auf geht’s Männer!